Stadtmission   
 Altenhilfe   
 Behindertenhilfe   
 Suchtkrankenhilfe   
 Kinder & Jugend   
 Soziale Dienste   
Verstanden werden im Trialog - Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Professionellen


Ein schlechter Tag, dann ein zweiter und ein dritter, wenn du merkst, dass du dem Druck deiner Umwelt nicht mehr Stand halten kannst. Die negativen Gedanken kreisen und kreisen und am Ende scheint es keinen Ausweg mehr aus diesem Negativstrudel zu geben. Die Realität beginnt sich zu verschieben und keiner kann dir helfen.
Die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen steigt, oft bekommt die Außenwelt das gar nicht mit, denn die Scham und die Angst auf Unverständnis zu treffen ist groß.

Betroffene:
„Vor sieben Jahren erkrankte ich an Depression und musste in die Klinik, weil nichts mehr ging. Ich wusste überhaupt nicht, was auf mich zukommt, kannte die Vorbehalte, die es gegen die Psychiatrie gibt. Mir hat sowohl die Behandlung als auch der Austausch mit LeidensgenossInnen sehr geholfen. Wie es einem wirklich geht, wissen nur Betroffene ganz genau. Deshalb haben wir noch in der Klinik beschlossen, eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Austausch ist sehr wichtig. Außerdem möchte ich erreichen, dass die Vorbehalte und Vorurteile gegen psychisch kranke Menschen abgebaut werden – denn es kann jeden treffen. Der TRIALOG ist dafür gut geeignet. Hier können alle Fragen aus erster Hand beantwortet werden.“

Dann gibt es noch die Angehörigen. Sie merken, wenn etwas nicht stimmt, wissen aber nicht wie sie helfen können, weil sie eben nur außenstehend sind und doch involviert, weil sie möchten, dass es dem Menschen, den sie lieben, gut geht. Und da stehen sie nun und verzweifeln in Ihrer Hilflosigkeit und dem Gefühl des Alleinseins.

Angehörige:
„Mein Sohn erkrankte vor 15 Jahren an Schizophrenie – ausgelöst durch Drogen. Es war eine schlimme Zeit. Ich erlebte seine Ängste und die Veränderung seines Denkens und Fühlens hautnah mit. Es hat eine Weile gedauert, bevor wir wussten, was mit ihm ist. Es gibt genug Informationsmaterial, aber was die Krankheit wirklich bedeutet, sagt einem niemand. Außerdem ist da noch die Scham, versagt und ein „verrücktes Kind“ zu haben, und die Hilflosigkeit, weil man glaubt, nicht helfen und nichts tun zu können. Dazu kommen die Behördengänge, Tilgung von Schulden, Anträge für Sozialhilfe, Rente und so weiter. Es ist mir wichtig, mit anderen Angehörigen und Betroffenen beim TRIALOG darüber reden zu können und sich auszutauschen.“

Meist treffen sich diese beiden Gruppen getrennt voneinander. Was aber, wenn Betroffenen und Angehörige sich an einen Tisch setzen und sich austauschen? Die Kontakt- und Informationsstelle der Stadtmission Chemnitz möchte daher gern auf eine Veranstaltungsreihe hinweisen: TRIALOG.
Und damit das gegenseitige Verständnis noch besser wird, gibt es noch die dritte Seite des Gespanns, der Professionelle, der für die Beantwortung fachlicher Fragen zuständig ist.

Professionelle:
„Ich besuche den TRIALOG seit mittlerweile fast fünf Jahren. Interessant ist für mich als Sozialpädagogin, dass sowohl Betroffene als auch Angehörige offen reden können. In meinem Alltag in der Klinik für Seelische Gesundheit erfahre ich oft nur einen Bruchteil der Gedanken und Meinungen der Betroffenen. Mir hilft der TRIALOG, unsere Patienten und Angehörigen besser zu verstehen und damit besser auf deren Bedürfnisse eingehen zu können. Besonders praxisrelevant sind dabei für mich Themenfelder, welche beschreiben, was sich von der professionellen Seite gewünscht wird, was positiv, was negativ auffällt und Themen, in denen man Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Betroffenen bekommt“

In Chemnitz besteht der TRIALOG seit nunmehr fünf Jahren und wird veranstaltet vom Stadtmission Chemnitz e.V., vom Verein zur Integration psychosozial behinderter Menschen VIP e.V., von der Heim gGmbH und von verschiedenen ehrenamtlich Tätigen. Im Jahr finden fünf Veranstaltungen statt, deren Themen von den Teilnehmenden mitbestimmt werden können. Zwei Moderatoren begleiten den Gesprächskreis, bei dem die Anonymität gewahrt bleibt. Bei einem kleinen abschließenden Imbiss können Impulse im persönlichen Gespräch vertieft werden.
Sein langes Bestehen zeigt den Bedarf und Notwendigkeit eines solchen Austausches und ist der richtige Weg, um Menschen mit psychischen Erkrankungen zu integrieren und nicht auszuschließen.

Der nächste TRIALOG findet am 05.09. zum Thema „Was erwarte ich, wenn ich eine Einrichtung für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung besuche?“ Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Hier geht’s zum Flyer mit allen wichtigen Informationen.
Druckvorschau Sitemap Kontakt Startseite