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Wohnungsnotfallhilfe

Seit dem 01.01.2019 heißt die Wohnungslosenhilfe jetzt Wohnungsnotfallhilfe. Wenn Menschen ihre Wohnung verlieren, in unzumutbaren Wohnverhältnissen leben oder auf der Straße überleben müssen, weil sie keine Wohnung finden, so bezeichnet dies immer einen Wohnungsnotfall. Auf diese Bezeichnung hatte sich der Deutsche Städtetag 1987 geeinigt, um das verwirrende Nebeneinander der Begrifflichkeiten zu beenden, Diskriminierungen auszuschließen und Ausgrenzungen zu vermeiden.


Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) hat in ihrem Positionspapier die fünf unterschiedlichen Untergruppen beschrieben, die sich an der Lebenslage in Armut und Unterversorgung orientieren (vgl. BAG W, 2010/ Dt. Verein: 993):
  1. Wohnungslos: (Hierzu zählen Menschen, die keine mietvertraglich gesicherte Wohnung/ Unterkunft besitzen; also auf der Straße, bei Bekannten oder in Notunterkünften leben müssen.)
  2. unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht: (Der Verlust der eigenen Wohnung steht unmittelbar bevor; durch eine Räumungsklage oder ähnlichem.)
  3. in unzumutbaren Wohnverhältnissen lebend: (Eine Wohnung ist vorhanden, sie ist aber in verschiedenen Dimensionen unzureichend wie bauliche Qualität, Größe usw.)
  4. ehemals von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht: (Das sind Personen die bereits zur ersten oder zweiten Gruppe gehörten und weitere Hilfen benötigen.)
  5. als Zuwanderinnen und Zuwanderer in gesonderten Unterkünften von Wohnungslosigkeit aktuell betroffen, mit (Spät-) Aussiedlerstatus in speziellen Übergangsunterkünften oder als Flüchtlinge mit Aufenthaltsstatus von länger als einem Jahr von Wohnungslosigkeit betroffen.

Abgeleitet davon kann von wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen bzw. von Menschen in Wohnungsnot gesprochen werden. Individuelle und strukturelle Ursachen stehen immer in engem Zusammenhang und bedingen einander (z. B. fehlender Wohnraum, Einkommenseinschränkung, ungesicherte materielle Lebensgrundlage, Trennung, Krankheit, Überschuldung).
Zentrale Rechtsgrundlage für die Hilfe bilden die §§ 67-69 SGB XII. Demnach haben alle Personen, welche sich in einer besonderen Lebenslage befinden, die mit sozialen Schwierigkeiten verbunden ist und welche sie aus eigener Kraft nicht überwinden können, diesen Rechtsanspruch auf Hilfe.
Um diesen komplexen Wirkzusammenhängen auch im Namen gerecht zu werden, hat die Stadtmission Chemnitz zu Jahresbeginn die Abteilung in Wohnungsnotfallhilfe umbenannt. Seit Jahren arbeitet die Abteilung mit unterschiedlichen Projekten um die Menschen, die Hilfe und Unterstützung benötigen, in Chemnitz erreichen zu können. Das Spektrum reicht von einer „Beratungsstelle für Wohnungsnotfälle und Existenzsicherung“ und dem „Ambulant betreuten Wohnen“ bis hin zum Tagestreff „Haltestelle“ und der Straßensozialarbeit.
Ob im präventiven Bereich oder in der akuten Nothilfe, Ziel ist, die derzeitige Lage der Menschen zu verbessern oder zu lindern. Als Grundlage hierfür braucht es immer einen Rückzugsort, der die Privatsphäre und die Unversehrtheit der Person garantiert: eine mietvertraglich gesicherte Unterkunft/ Wohnung. Deshalb ist jeder Mensch, der in der Wohnungsnotfallhilfe vorspricht ein Wohnungsnotfall.


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