Jugendliche nicht allein lassen

14. April 2021


Die Jugendsozialarbeit der Stadtmission Chemnitz ist ein Anlaufpunkt für Jugendliche mit psychotherapeutischem Bedarf – und entlastet so, vor allem in der aktuellen Situation, Familien während der Wartezeit auf einen Therapieplatz. 

Chemnitz, 01.04.2021. Jan* ist ein junger Mann, der seit kurzem in Chemnitz lebt. Bereits in seiner Kindheit zeigte er verschiedene Auffälligkeiten in seiner persönlichen Entwicklung, die sich unter anderem ausdrückten in massiven Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule, diagnostizierter ADHS, Depressionen (durch Probleme in der Schule und durch familiäre Spannungen), einer Spielsucht, mangelnden sozialen Kontakten zu Gleichaltrigen und mehr. In der Folge scheiterte er in der Schule, die er ohne einen Abschluss verließ und hoffte, durch den Wohnortwechsel seinen bisherigen Problemen zu entkommen.

An diesem Punkt kam die Beratungsstelle „prisma“ der Jugendsozialarbeit der Stadtmission Chemnitz ins Spiel: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichte eine E-Mail von Jans behandelnder Psychotherapeutin, die diesen Bedarf innerhalb der aktuellen persönlichen Lebenssituation nicht allein abdecken kann. Der 19-Jährige benötigt einerseits Unterstützung bei Ämter- und Behördengängen, andererseits aber auch eine stabile Bezugsperson für Sorgen außerhalb der regulären Therapiesitzungen, die einmal wöchentlich stattfinden - Aufgaben also, die genau in das sozialpädagogische Wirkungsprofil der Beratungsstelle „prisma“ gehören.

Das erste Treffen zum gegenseitigen Kennenlernen fand in der psychotherapeutischen Praxis statt. Was die Situation von Jan ausmacht: Umzug in eine für ihn vollkommen fremde Umgebung, ein komplett neues und damit auch unsicheres soziales Umfeld, persönliche Verunsicherung, Überforderung und Selbstzweifel, weswegen er psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch genommen hat, da er nicht mehr in der Lage ist, sein Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Aufgrund seiner Depressionen ist er auf diese Hilfe angewiesen.

Jan ist nur ein Beispiel unter Vielen: Seit vielen Jahren stellt auch die Jugendsozialarbeit der Stadtmission Chemnitz eine Zunahme an psychotherapeutischem Bedarf fest. Daher hat die Beratungsstelle „prisma“ immer wieder Kontakte zu den Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Chemnitz aufgenommen und aufgebaut. Der Fokus liegt dabei auf der Begleitung, Beratung und Unterstützung junger Menschen, welche nicht sofort einen Therapieplatz finden und noch lange auf einen Termin warten müssen, bei denen aber dennoch schneller Handlungsbedarf besteht. Aber auch nach Abschluss einer Therapie oder aber zusätzlich zu den stattfindenden Treffen ist eine Unterstützung unserer Beratungsstelle denkbar – so wie beispielsweise bei Jan.

Mit der Beratungsstelle „prisma“ steht ein Angebot innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung, das geeignet ist, die Sorgen der jungen Menschen aufzufangen. Exemplarisch ist ebenso die Aussage eines Vaters: „Es ist seit vielen Jahren das erste Mal, dass ich meine Tochter wieder lächeln sehe. Und wir waren bei so vielen anderen Stellen. Wirklich, Sie wissen gar nicht, wie glücklich Sie mich machen. Ich bin Ihnen so dankbar, und ich bin froh, dass wir Ihre Beratungsstelle empfohlen bekommen und gefunden haben. Das war das Beste, was mir und uns passieren konnte.“

Hintergrund: Die Beratungsstelle „prisma“ der Stadtmission Chemnitz e.V. bietet seit mehr als 30 Jahren jungen Menschen zwischen dem 14. und vollendeten 27. Lebensjahr umfassend Beratung, Begleitung und Unterstützung in allen Fragen und Angelegenheiten in ihrem beruflichen und schulischen Werdegang an. Die jungen Menschen finden hier verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, um über ihre ganz persönlichen Dinge, wie Ängste, Sorgen, Zweifel, aber auch Perspektiven usw. reden zu können.

Eine Unterstützung in der Beratungsstelle „prisma“ kann vielfältig aussehen: Von der Sicherung der materiellen Existenzgrundlage, etwa durch das Prüfen von Bescheiden oder das Verfassen von Schreiben, die Klärung von beruflicher Perspektive oder Wohnsituation über den Kontakt zu Ansprechpartnern in Behörden bis hin zur Gestaltung von sozialen Beziehungen und persönlicher Stabilisierung. Vor allem aber nehmen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zeit, hören zu und sind da.

*Name wurde von der Redaktion geändert

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Daniel Arnold
Leiter Jugendsozialarbeit
Rembrandtstraße 13 b, 09111 Chemnitz
Tel.: +49 371 6004814
E-Mail: d.arnold@stadtmission-chemnitz.de

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